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Ein Herz für Senegal ist wieder unterwegs

Thiés

Es ist soweit, der Verein "Ein Herz für Senegal" ist unterwegs, um wieder Aktiv "Hilfe zur Selbsthilfe" im Senegal zu leisten. Damit auch die daheimgeblieben Vereinsmitglieder, Familien, Freunde und natürlich auch die Besucher unserer Internetseite etwas von unserer Arbeit und Hilfe im westafrikanischen Land mitbekommen, versuchen wir (sofern es der senegalesische Strom- und Internetanbieter es zulässt) regelmäßig in dieses Tagebuch zu schreiben.

Wir hoffen, das Technisch alles klappt und wünschen allen Besuchern viel Freude beim lesen.

Tagebuch

Sonntag, 10. Februar 2008
„Optiker ohne Grenzen“ bekommen neue Geräte

Während wir vergangene Woche noch auf den Container warten mussten, wurden bereits einige Gespräche mit anderen Vereinen, Kooperationspartner und Institutionen die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung einsetzen, durchgeführt. Kommissar Zufall sorgte dafür, dass zurzeit Michel Maury, Präsident und erster Vorsitzender des französischen Vereins „Opticiens Lunetiers sans Frontières“ („Optiker ohne Grenzen“), sich in Thiés aufhielt. Hr. Maury war auf Anhieb sehr interessiert und offen gegenüber Ein Herz für Senegal eingestellt, so dass einer guten Zusammenarbeit nichts entgegensteht.

Der Verein beschloss die nun mittlerweile eingetroffen Brillen mit guten Gewissen in die Fachhände der Optiker zu übergeben. Besonders erfreut waren die Optiker über die gespendeten Optikergeräte, die stellvertretend durch Sascha Pantleon von der Fielmann Filiale in Dülmen übergeben wurden.

„Die Geräte sind genau zur richtigen Zeit gekommen!“ so Maury, der sich über Jahre mit teilweisen defekten Geräten begnügen musste. „Es ist für uns immer sehr schwer an funktionstüchtige Geräte zu kommen!“ so Papa Massa Doum, der Einer der bislang ausgebildeten Optikern von "Optiker ohne Grenzen“ ist.

Der Verein „Optiker ohne Grenzen“ wünscht sich auch in Zukunft eine gute Zusammenarbeit mit Ein Herz für Senegal.

Samstag, 9. Februar 2008
Der Container ist da!

Endlich hat das lange Warten ein Ende, der Container ist nun endlich da! "Pünktlich" am gestrigen Freitag, den 08.02.2008 um 22:54 Uhr traf der Kollos auf dem Depotgelände der Caritas ein. Schnell wurden die Aufgaben verteilt. Wie auch schon beim Einpacken in Deutschland, erklärten sich Reinhard Schriever und Sascha Pantleon wieder bereit an vorderster Front im Container zuarbeiten. „Wir wissen genau, wo welcher Gegenstand im Container liegt“ so Schriever. Unterstützt wurden sie dieses Mal von Peter Fallbrock, der ständig für eine reibungslose Zusammenarbeit mit den senegalesischen Helfern sorgte.

Unter der Leitung von Martin Cauvet sorgte die sehr engagierte Bürgergruppe dafür, dass jeder Gegenstand einen festen Platz im Lager bekam. „Durch das Sortieren sparen wir sehr viel Zeit beim zusammenstellen der einzelnen Kartons!“ klärte Cauvet die Bürger aus dem Münsterland auf.

Mit einem von der Caritas bereitgestellten Kranwagen wurden auf spektakulärer Art und Weise, schwere Gegenstände aus Container geladen. Peter Fallbrock ist sich sicher: „In Deutschland würde man so etwas niemals machen!“ Beim Verladen der Kirchenglocken, die nur durch einen dürftigen befestigten Knoten zusammengehalten werden, wird wohl jeden flau im Magen. Doch der Knoten hält und alle Hilfsgüter sind nach dreieinhalb Stunden im Depot der Caritas verstaut.

Alle sind wohl auf und die Stimmung wird deutlich besser.

Freitag, 8. Februar 2008
Abreise mit Wehmut

Der Container steht transportbereit auf dem Gelände der Caritas in Dakar und soll voraussichtlich in denn späten Abendstunden in Thiés eintreffen.

Eigentlich eine positive Nachricht, dennoch kommt diese für sieben der ursprünglich elf angereisten Helfer aus dem Kreis Coesfeld viel zu spät. Für Heiner Gehring, Christoph Vogt, Klaus Vinkelau, Britta Kersting, Maria und Sylvia Merschformann alle aus Holtwick sowie Uwe Wagner aus Coesfeld, ist heute leider der letzte Tag angebrochen.
Schweren Herzens, und wehmütig müssen sie wieder zurück in die Heimat.

Für den Großteil der Gruppe bedeutet der Aufenthalt im Senegal mehr als nur Menschen eine bestimmte Zeit im Jahr helfen zukönnen. „Es ist frustrierend mit leeren Händen nach Hause zu fahren und dem Gefühl im Herzen nichts gemacht zu haben!“ so Sylvia Merschformann wehmütig. Doch mit leeren Händen geht heute niemand nach Hause. Viele neue Eindrücke, Freundschaften und viel Verständnis der Bevölkerung für die Situation, zeugten von wahrer Wertschätzung über die Leistung unserer Arbeit im Senegal und darauf sollte man künftig weiter aufbauen.

Donnerstag, 7. Februar 2008
Bürgerreise beginnt mit Autopanne

Am Mittwoch Nachmittag machten sich Martin Cauvet und unser einheimischer Freund Aliou Ndione auf dem Weg um die anreisende Bürgergruppe am Flughafen von Dakar in Empfang zunehmen. Obwohl die Gruppe nicht schon genug vom Pech verfolgt wurde, kündigte sich eine weitere „Katastrophe“ an.

Kurz vorm Flughafen streikte das Fahrzeug, dass den beiden für den Transport der neuen Gäste vom Hotel Inhaber Henri Tine zu Verfügung gestellt wurde. Die erste Diagnose Kupplung- oder Getriebeschaden bestätigte sich, schnell wurden von Heiner Gehring zwei weitere Fahrzeuge organisiert und Richtung Dakar geschickt. Am Ende traf die Gruppe mit zwei Stunden Verspätung im Hotel Rex ein.

10 Tage verbringt die interessierte Bürgergruppe nun ihre Zeit im Senegal um das Land und die Leute kennen zulernen.

Dienstag, 5. Februar 2008
Container unter Verschluss

11 Tage sind bereits vergangen und noch immer ist kein Container in Sicht. Nachdem man der Gruppe am Anfang noch mitteilte, dass der Container sich in Spanien befindet und voraussichtlich erst am Freitag, den 1. Februar 2008 in Dakar eintrifft, kündigt sich nun die nächste Hiobsbotschaft an.

Der Container steht zwar derzeit schon in Dakar, doch durch einige Unklarheiten zwischen Rederei, Schiffseigner und Hafenbehörde bekommen wir unseren Container nicht frei.

Zudem sorgen momentane Streiks arabischer Hafenarbeiter dafür, dass unser Anliegen nicht mit oberster Priorität bearbeitet wird. Unsere senegalesischen Freunde versuchen derzeit ihr Bestes, um im Hafen von Dakar die genauen Gründe für den Verschluss der Ladung zu bekommen.

Alle Schalter und Hebel sind nun in Gang gesetzt, doch die allmähliche Enttäuschung und Frustration über die momentane Situation ist deutlich zu spüren.

Freitag, 1. Februar 2008
Neues Schulgebäude für Palam Roog

Die 150 Kinder um Palam Roog haben es nicht leicht, wie wir heute von Schulleiter Pierré Diouf erfahren haben. Sechs Tage die Woche laufen die Schüler 3 km zur Schule.

Die Grundschule liegt südlich von Thiés mitten im Nirgendwo. Eine achtköpfige Delegation des Vereins begab sich heute auf denselben langen sandigen Schulweg, um einen möglichen Platz für ein neues Klassezimmer, dass mit Hilfe von Spenden gebaut wird, zu besichtigen.

Fünf Lehrer betreuen derzeit die Schüler in schon fünf vorhandenen Klassenräumen. Für die Verpflegung während der Schulzeit sorgen die Mütter der Schüler im ständigen Wechsel.

Herr Diouf berichtet zudem über das unvollständige Sortiment an Schulbüchern. "Die Kinder besitzen nur jeweils ein Schulheft, dass macht das lernen für die Kinder umso schwieriger" so Diouf. Die Freude war darum riesig, als man von einer weiteren Zusammenarbeit sprach.

Der Bau des neuen Klassenzimmers soll zum Schulbeginn Oktober 2009 fertiggestellt sein.

Mittwoch, 30. Januar 2008
Ein Lebenszeichen

Nanga Deff!

Wir sind gut im Senegal angekommen. Aber leider können wir das noch nicht von unseren Container behaupten. Wie wir feststellen mussten, befindet der Container sich noch immer auf den Weg nach Dakar und wird voraussichtlich am Montag im Hafen ankommen.

Trotzdem nutzen wir schon Mal die vorhandene Zeit um neue Kontakte zur einheimischen Bevölkerung zuknüpfen und alte Freundschaften wieder aufzufrischen.

Die Stimmung in der Gruppe ist super. Gespannt warten wir auf die kommen Tage.

Ba bennen yoon!
(Bis demnächst!)

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