Thiés
Auch im diesem Jahr macht sich ein kleiner Trupp von acht Personen auf den Weg in den Senegal. Um Sie auch diesmal wieder mit Informationen zu versorgen, haben wir wieder einen Blog eingerichtet. Anders als im letzten Jahr wird der Blog von den Einzelnen Teilnehmern geschrieben und spiegelt deren Erfahrungen, Impressionen und Meinungen über die Reise wieder. Neu ist dieses Jahr unser Twitter und ein LiveChat der kurzfristig eingerichtet wurde. Den offiziellen Reisebericht finden Sie in den folgenden Tagen in der Rubrik "Bericht". Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.
Countdown
Blog
Sonntag, 29. Januar 2012 - 21:34 Uhr
Zum ersten mal Verschlafen!
Der Abend bei Ly’s hat mir so gut getan, dass ich zum ersten Mal seitdem ich hier bin bist 10 Uhr durchschlafen konnte. Vielleicht liegt es auch daran das die Belgier ausgezogen sind oder daran das ich mein Zimmer gewechselt habe und wieder in meinem Lieblingszimmer „dix-huit“ bin.
Eigentlich wollte ich in die Messe gehen, doch die ist den Kirchen-Glocken zu deuten fast zu Ende. Ich treffe Lisa aus Solingen und Abdul Diouf im Restaurant. Wir tauschen die neusten Gerüchte und Informationen aus. Lisa plant in der nächsten Woche eine kleine Reise zu den Bassari’s im Süd-Östlichen Teil vom Senegal. Die Bassari sind ein traditionelles afrikanisches Volk die völlig befreit von europäischen Einflüssen in kleinen Buschhütten lebt. Sie werden gerne als Motiv für Postkarten verwendet, damit das Klischee vom ottonormalen Afrikaner in Europa behalten wird.
Ich bespreche mit unseren Fahrern im Detail was heute Abend zu bedenken ist. Zu den Autos besorge ich Getränke für die Gruppe und die Fahrer. Ich erledige die Buchhaltung und kümmere mich um die mitternachts Verpflegung. Alles scheint zu funktionieren.
So bleibt mir Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Anders als in Deutschland haben viele Geschäfte im Senegal auch am Sonntag geöffnet. Doch in den letzten Tagen scheint sich einiges verändert zu haben. Viele Geschäfte sind geschlossen und ich bemerke viel Polizei und Militär Präsents in den Straßen der Innenstadt.
Mein Telefon scheint wieder zu funktionieren und ich rufe Gabriel an. Wir treffen uns an einer Wasserstelle in seinem Quartier. Er führt mich zu einem Biergraten.
Ja! Richtig
gelesen. Einen Biergarten! Und hätte ich mich nicht selbst davon überzeugt würde ich meinen es währe ein ganznormales Haus in einer ganz normalen Siedlung. Ich genieße den Nachmittag und schwätze mit Gabriel ausnahmsweise mal nicht über Politik und Korruption sondern über Frauen und Religion. Nicht nur mein „Salat-de-Flag“ ist eine gute Mischung sondern wie wir finden diese Themen auch.
Sonntag, 29. Januar 2012 - 20:53 Uhr
Ein Abend bei Familie Ly
Ich konnte Gabriel leider nicht mehr besuchen. Irgendwie wollte mir der Weg nach Tine nicht mehr einfallen. Das Handy scheint nicht richtig zu funktionieren. Ich kriege immer ein Besetztzeichen. Am späten Abend berichtet mir meine Mutter, dass sie schon öfters versucht hat mich anzurufen. Ich stehe mitten in einem Quartier in Thiés und suche dem Weg zurück ins Hotel. „Wer einen Mund hat verirrt sich nicht!“ heißt es doch immer.
Am Abend bin ich bei Familie Ly zum Abendessen eingeladen. Samba Ly möchte mich in Sicherheit und Gesundheit wissen und lädt mich zu sich und seiner Familie ein. Es gibt Kartoffel mit Bohnen und Leber ein Gericht welches auch meine Mutter gerne kocht und ich Zuhause gerne esse. Allerdings wird im Senegal alles traditionell mit der Hand oder einem Löffel aus einer großen Schüssel gegessen. Als Toubab steht mir das Privileg vor einen Löffel zu benutzen. Ich bevorzuge es aber gleichberechtigt wie jeder andere mit der Hand zu essen. Ich bin zwar kein Senegalese, möchte allerdings auch nicht zu viele Vorteile meiner Hautfarbe wegen genießen. Authentisch, offen und neugierig lautet mein Motto.
Auch bei Familie Ly kennt man nur ein Thema. Die bevorstehende Wahl und die Eskalation in der vergangenen Nacht. Samba Ly ist sichtlich in Erklärungs-Not und möchte vor mir das Gesicht des Senegals bewahren. Ich verstehe seinen Scharm und gebe Ihn zu verstehen, dass ich Angesichts der Vorkommnisse nicht negativ von seiner Heimat denke. Wir beenden das Thema und beginnen über den Mannes zweites Lieblingsthema – dem Fußball – zu sprechen. Ich sitze gemeinsam in der Großfamilie auf dem Boden und trinke Attaya. Dieses familieres Gefühl lässt meine Sorgen und Gedanken kurzfristig verschwinden und ich fühle mich zum erstenmal an diesem Tag wieder wohl.
Der Abend bei Familie Ly ging leider zu schnell vorbei und hat mir sehr gefallen. Ich beende meinen Tag mit einem leckeren Flag Bier auf dem Dach des Hotels und höre noch den Gesängen der Baye Falls zu.
Sascha Pantleon
Samstag, 28. Januar 2012 - 13:36 Uhr
Die Wahl vor der Wahl.
Wie schon berichtet wurden gestern die 14 Kandidaten für die diesjährigen Präsidentschaftswahlen bekannt gegeben. Die Bekanntgabe sorgte für allgemeine Empörung und Wut in der Bevölkerung. Jene Kandidaten die als starke Gegner von Abdoulaye Wade gelten, darunter auch der Pop-Mbalax Sänger und UNICEF Botschafter Youssour N’dour, wurden teils ohne plausible Begründung von senegalesischen Verfassungsgericht abgelehnt. Angeblich haben zum Beispiel N’dour die nötigen 10.000 gültigen Unterschriften gefehlt, die zur Bewilligung des Antrags auf eine Kandidatur benötigt werden. Demnach folgte das viele Jugendliche und Oppositionsanhänger Nachts auf die Straße gingen und vor den Regierungsgebäuden brennende Straßenbarrikaden errichteten.
Dem senegalesischen Fernsehn zufolge wurden in der Nacht Autos und Häuser von Politiker in Brand gesetzt. In Thies selber gab es in der Nacht viel Lärm. Aus den Moscheen hörte man Gebetsgesänge die die Tobende Masse dazu zu bewegen sollte sich wieder zu beruhigen, wie mir Rama Seck beim Abendessen erklärt. Die ganze Nacht hielten die Kravalle im Land an. Bei den Ausschreitungen in Dakar wurde sogar ein junger Polizist von 19 Jahren erschossen. Meine Freunde und das Hotelpersonal raten mir zunächst im Hotel zu bleiben bis sich die Lage entspannen würde. Die Senegalesen sind sauer und können keinen Franzosen von einem Deutschen unterscheiden. Für die seht ihr
alle gleich aus. Warum frage ich spielt es eine Rolle, dass ich Deutscher bin? Es spielt keine Rolle ob du deutsch bist, ganz im Gegenteil. Die Deutschen sind gut! Es spielt anscheint eher eine Rolle ob du Franzose bist. Die Franzosen unterstützen Wade. Wird mir erklärt.
Trotzdem bin ich in einer Stadt wie Thiés, die viele Partenschaften mit deutschen Städten pflegt, relativ sicher. In Thiés gehen die meisten Menschen davon aus wenn Sie einen Toubab sehen, dass es sich um einen Deutschen handelt. Gibt es hier doch „Gott sei Dank“ viele deutsche O.N.G. in Thies die sich gegenseitig die Türklinke in die Hand geben. Diese
Tatsache beruhigt mich schon sehr.
Es ist zwar lauter als sonst auf den Straßen von Thies und die Sirenen der verschiedenen Polizeiautos heulen durch die Stadt. Aber in einer solchen Situation bleibt mir eigentlich nichts anders übrig hier an meinem schattigen Platz auf dem Dach zu sitzen und Tagebuch zu führen.
Antoine ruft gerade an. Er hat wohl gemerkt, dass ich ihn mehrmals versucht habe in der Nacht anzurufen. Er ist gerade in Dakar und berichtet mir, dass sich die Lage etwas gebessert hat.
Der senegalesischen Gerüchteküche zufolge wurden die meisten Aufsässigen in der Nacht verhaftet. Der Tod des jungen Polizisten hat allgemein für großes Entsetzen und allgemeiner Trauer geführt. Bilder von der weinden Mutter werden in dem Medien ausgestrahlt. Sie tut mir so Leid. Diese Bilder schockieren selbst den härtesten Senegalesen bis in die Knochen. „Soweit wollte keiner gehen“. Verkündeten Oppositions-Anhänger in Radiointerviews und fordert die Unruhen unverzüglich einzustellen. Senegalesen machen viel Lärm sind aber keine gewalttätig Menschen. Am Ende will es immer keiner gewesen sein. Ich ziehe viele Vergleiche zwischen hier und in unserer Heimat. Wir denken immer, dass wir Fremde sind. Aber in vielen Dingen sind wir uns näher als wird vermuten.
Momentan ist es ruhig in Thies und alles geht seinen gewohnten Weg. Heute Nachmittag werde ich mich trauen Gabriel zu besuchen. Ich bin ich sehr optimistisch und überzeuge mich persönlich auf den freien Fernsehsendern von der Lage.
Darüber hinaus sorge ich dafür dass die Gruppe aus Deutschland sich nicht großartig lange am Flughafen von Dakar aufhalten muss wenn Sie am Sonntag ankommen. Die Autos sind bestellt die Fahrer alle informiert und auf eine leckere Mitternachts-Mahlzeit Fataya darf sich gefreut werden, die Betten sind gemacht und Antoine und Ich sind guter Dinge das sich dieser Tumult schon bald legen wird.
Sascha Pantleon
Samstag, 28. Januar 2012 - 11:57 Uhr
Dolmetscher gesucht!

Heute am Freitag den 27. steht nicht viel auf meiner Todo-Liste. Ich kümmere mich um die Zimmer Reservierungen für die bevorstehende Anreise der Gruppe. Man muss sehr aufpassen zurzeit sind viele Franzosen und Belgier im Hotel und die schönsten Zimmer sind fast alle vergeben. Es ist eine kleine logistische Herausforderung für unsere Freunde den europäischen "Toubab" Wünschen gerecht zu werden. Eine Toilette, Klimaanlage, einen Kühlschrank, Duschen mit Duschköpfe, Lampen die beim einschalten auch angehen und wer nicht darauf verzichten kann bekommt mittlerweile sogar einen kleinen Fernseher mit senegalesichen und französichen Programm. Dies aber sind keine Selbstverständlichkeiten und müssen wohl Organisiert werden.
Am späten Nachmittag treffe ich auf Gabriel Tiné und Ramatoulaye Seck eine 36 jährige Deutsch-Lehrerin aus Thiés. Sie ist mir auf Anhieb sehr sympathisch, freundlich, offen und vor allem nicht auf dem Mund gefallen. Sie war bereits schon mal in Deutschland und kennt unsere offene direkte Art. Wie der Zufall es will und die Streiks es erlauben hat Sie Zeit in denn kommenden Wochen für uns gelegentlich zu übersetzen. Ich beschließe ihr eine Chance zugeben und engagiere Sie zunächst für einen Tag. Danach wird sich alles weitere ergeben.
Wie das Leben so spielt muss Antoine am Samstag zu der Beerdigung seiner Tante nach Dakar. Dieser traurige Anlass bedeutet für mich, dass ich notgedrungen zwei Tage auf meinen Freund und Lehrer verzichten muss. Welches sich aber für mich nicht als Problem darstellt und mein vollstes Mitgefühl bekommt. Aber Antoine wäre nicht Antoine wenn er nicht für einen guten Ersatz sorgen würde. Der Junge denkt selbst in solchen Situation an mein Wohl. Ich bin schwer beeindruckt über sein selbstständiges Handeln und dem selbstlosen Engagement welches er jeden Tag von sich abverlangt.
Gabriel der kleine Bruder von Francois Tine heißt mein neuer Begleiter für die nächsten Tage. Ich kenne Gabriel gut und habe seine Sprachentwicklung über die Jahre mitbekommen. Natürlich bin ich sofort einverstanden allerdings plane im Hinblick auf die bevorstehenden Bekanntgabe der Wahlkandidaten die heute Abend verkündet wird, nichts Größeres und halte mir vor Gabriel nur in Notfällen anzurufen. Gerüchte zufolge sollen die Gegner von Abdoulaye Wade Krawalle und Chaos in allen Großstädten des Landes geplant haben. Sollte dies stimmen kann man eh nicht viel unternehmen. Ich bin gespannt was kommt.
Sascha Pantleon
Samstag, 28. Januar 2012 - 03:05 Uhr
Freundschaften pflegen oder der erste Tag
Meine erste Nacht im Hotel Rex war mehr als unangenehm. Eine Delegation aus Belgien hat anscheint nichts Besseres im Sinn, als mitten in der Nacht unter Ohren betörenden Lärm ihre Geländewagen zu beladen und sich lautstark über ihren geplanten Tagesablauf abzustimmen. Dagegen sind die nächtlichen Gesänge der Baye Falls und Gebete der Muezzins eine wahre Wonne und gehören einfach dazu. Bevor ich selber Handeln konnte, kammen mir schon wütende Senegalesen die lauthals nach Ruhe schrien zuvor. Ich bin sehr beeindruckt das kommt nun wirklich selten vor.
Egal man lernt nie aus!
An wieder einzuschlafen war nicht mehr zu denken und in der Frühe aufzustehen sollte nun für mich auch kein Problem mehr sein. Ich bin nun eh Wach: „Merci Belgique!"
Ein kleiner Spaziergang durch die Straßen von Thiés wird schon
etwas Müdigkeit verschaffen. Irgendwie bin ich mittlerweile sehr vertraut mit der Stadt Thiés. Ich entdecke zwar hier und da etwas Neues aber auch altbekannte Plätze sind genauso wie ich sie in Erinnerung habe. Die zahlreichen Gerüche von exotischen Gewürzen die noch vom Markt am Vortag auf dem Boden liegen mischen sich mit der warmen afrikanischen Luft und dringen tief in mich ein. Herrlich.
Nach einem ausgiebigen Frühstück kommen die ersten Freunde und Bekannte vorbei um mich zu begrüßen. Senegal ist ein Dorf und Neuigkeiten sprechen sich schnell herrum. Am Nachmittag treffe ich Antoine. Wir beschließen kurzfristig unser Kontakte André Senghor (Caritas Senegal) und Pascal Mbaye (DIDEC) zu besuchen. André berichtet, dass der Container schon in Dakar bereit steht und fast alle Formalitäten erledigt wurden. Ich beschließe kurzerhand den Liefertermin des Containers auf Montag zu setzen.
Von Pascal Mbaye erfahre ich, dass die Umbaumaßnahmen von einem kleinen Kindergarten in Richtung Dakar abgeschlossen sind. Es konnte sogar mit dem gespendeten Geld, welches der Verein im vorherigen Jahr bereitgestellt hat, mehr gemacht werden als geplant. So wurden nicht nur eine nötige Anhebung des Kindergartens um in der Regenzeit vor Überschwemmung zu schützen, gebaut sondern auch Türen und Fenster angeschafft. Pascal betont das er mit dem Geld sehr gut haushalten konnte. Sowas erfreut die Seele.
Zudem plane ich mit Pascal ein kleines Projekt für unsere jungen Damen. Der Plan Ramona, Ronja und Melina einen typischen senegalesischen Tag im Dorf Palam Roog mitzuerleben trifft auf Begeisterung. Pascal ist sehr von der Idee angetan und schlägt von sich aus vor alles Nötige in die Wege zuleiten. Zudem schlage ich vor Pierre Diouf dem Schulleiter von Palam Roog zu informieren und mich um eine Dolmetscherin zu kümmern.
Gegen Abend besuche ich Familie Fall, die mir persönlich sehr ans Herz gewachsen sind. Ich erfahre, dass mein Freund und Wolof-Lehrer Pape Fall mittlerweile in Guinea Bissau wohnt und arbeitet. Wieder entdecke ich parallelen zwischen ihrer und unserer Welt. Wie selbstverständlich ist es für viele deutsche Familien geworden, dass ihre Arbeitsplätze mehre Kilometer entfernt liegen. Den Luxus das man seinen Arbeitsplatz direkt Vorort hat wird auch hierzulande immer seltener. "Die jungen Leute zieht es dorthin wo das Geld ist!" erklärt mir Madame Fall. Es ist nur traurig das dieses starke und facettenreiche Land für junge Menschen keine Perspective bietet.
An diesem Tag rede ich imübrigen viel über die bevorstehenden Wahlen. Über die mögliche dritte Amtszeit und Wiederwahl von Abdoulaye Wade und dem Sinn und Unsinn der Kandidatur von Youssour N’dour einen weltweit bekannten senegalesischen Sänger (7 Seconds) und Besitzer einer namhaften Mediengruppe, welche einen Fernsehsender eine Tageszeitung und (was für ein Zufall) einen Radio Sender betreibt. Viele Senegalesen halten diese Tatsache für blanken Hohn. Einige spinnen ihre Gedanken weiter und Spotten bereits darüber das N’dour nach erfolgreiche Wahl genügend Macht besäße und sich seine Welt so zu gestallten wie es…. naja lassen wir das mal lieber.
Die Wut und Verzweiflung dieser Menschen will keiner vor mir zeigen. Allerdings ist sie deutlich spürbar und allgegenwärtig. Politik beherrscht den Alltag, meine Hoffnungen das der Afrika Cup die Gemüter der eigentlichen friedlich gestimmten Senegalesen ablenkt zerplatzten wie schon berichtet nach dem ausscheiden der Lions in der Vorrunde.
Am späten Abend bin ich mit Antoine bei Francois und Gabriel Tine eingeladen. Francois ist mittlerweile ein guter Deutsch-Lehrer in Matam einer Stadt in der gleichnamigen Region im Norden von Senegal geworden. Die Tatsache der Unzufriedenheit und permanenten Streiks verschafft ihm die Freiheit einige Tage Zuhause in Thiés zu verbringen. Ich bin über diese Offenheit auch wenn es für mich mittlerweile nichts neues ist immer wieder erstaunt Streiken über mehrere Wochen, dass ist nun wirklich nur in Afrika möglich.
Freitag, 27. Januar 2012 - 12:00 Uhr
Angekommen!
Der Flug von Düsseldorf nach Dakar (über Paris) verlief wie erwartet ohne größere Komplikationen. Allein der Aufenthalt in Paris war für meinen Geschmack etwas stressig. Durch die schon langjährigen Umbauten im Charles de Gaulle wurde in den letzten Monaten der Schilderwald etwas geringfügig geändert und einige Schilder verweisen ins nirgendwo. Allerdings wie die Senegalesen zu sagen pflegen „Wer einen Mund hat, der verläuft sich nicht.“ Auf dem Flug nach Dakar begleitete mich eine nette Holländerin, die genauso wie Ich ihren gesamten Resturlaub vom Vorjahr verbraucht um Land und Leute kennen zu lernen. Angekommen am Léopold Sédar Senghor erwartete mich unser guter Freund Malick bereits in der der Ankunfts-Halle. Er begrüßte mich ungewohnt schnell: „Hallo Sascha - Mitkommen – Pass du hast?“ Meine Fragen nach seinem Befinden und der Familie beantwortete er nur knapp. Ich finde es schön Freunde wie Malick zu haben Sie kommen zum Wesentlichen ohne viele Worte zu benutzen. Nachdem Malick ein Foto von mir gemacht hat und meine Fingerabdrücke eingelesen wurden, wurde mir die Situation seiner Lage bewusst. Les Lions die senegalesische Fußballnationalmannschaft spielt gerade im Africa Cup gegen die Mannschaft von Äquatorialguinea und es steht 1:1. Wie konnte ich das Vergessen, hatte ich doch noch ein Tag vorher darüber mit Antoine unseren Dolmetscher gesprochen. Aber in einer Sache sind die Menschen auf dieser Welt alle gleich. Wenn es um Fußball geht hat man keine Zeit für andere Dinge. Leider verloren die Lions 2:1 gegen das Gastgeberland von diesem Afrika-Cup. Die Themen auf dem Weg von Dakar in Hotel waren also besiegelt. Malick ein Arbeitskollege und unser Fahrer diskutierten lautstark über das Versagen der dicken Nationalspieler. Es ist wie bei uns, am Ende sind sie immer schlauer, hätten es selber viel besser gemacht, und sowieso wie könnte man den einen oder anderen überhaupt spielen lassen, wenn auf der Ersatzbank ein Spieler von „Olympique de Marseille“ sitzt. Ich denke mir meinen Teil und freue mich das ich wieder im Senegal bin.
Sascha Pantleon

