"Ein Herz für Senegal" übergibt Bohrwagen
Kreis Coesfeld
Der Bohrwagen aus dem Kreis Coesfeld kam im Ambrosius-Dorf bereits erfolgreich zum Einsatz: v. l. Manfred Uppenkamp, Ludger Merschformann, Franz-Josef Leitfeld, Heiner Gehring, zwei Vertreter der Caritas im Senegal und Maria Merschformann bei der übergabe des Geräts
"Das war mehr braune Brühe als Wasser. Das würde man bei uns nicht mal dem Vieh vorsetzen." Heiner Gehring (Holtwick). Vorsitzender von "Ein Herz für Senegal", denkt mit Schaudern an ein Erlebnis beim jüngsten Besuch einer fünfköpfigen Vereinsdelegation aus dem Kreis Coesfeld im Senegal zurück. Frauen holten Wasser aus einem total verschlammten Brunnen. Zum Kochen. In diesem Dorf kam zum ersten Mal der große Bohrwagen zum einsatz, den die Aktiven - wie berichtet - bereits im Oktober verschifft hatten. Im November schickten sie noch Bohrgestänge und -köpfe hinterher. Jetzt kommt das Gerät vor ort komplett übergeben werden - und zwar an die Caritas. "Wir haben in ihr einen straken Partner gefunden", berichtete Vorstandsmitglied Ludger Merschformann (Holtwick). Ein Brunnenloch sei bei dem Besuch bereits gebohrt worden - "als das erste klare Wasser kam, war es für alle Dorfbewohner ein großes Fest".
Gerade jetzt nach der großen Heuschrecken-Plage im Senegal, die einen Teil der Ernte vernichtete, sei Wasser wichtiger denn je, so Gehring "Die Felder können wieder neu bestellt werden", erläuterte er - der Boden sei an sich nämlich sehr fruchtbar. 30 neue Brunnen sollen mit dem neuen Gerät aus dem kreis Coesfeld zunächst gebohrt werden, "Im Monat so zwei bis drei", nannte der Vorsitzende die Größenordnung. 34.000 Euro kostet so eine Bohrung bislang. "In den kleineren Dörfern", stellte Merschformann klar, "konnte sich das niemand leistern". Doch genau da soll nach einer Vereinbarung der gespendete Wagen gezielt eingesetzt werden. Dadurch kostete ein Brunnen jetzt nur noch die Hälfte. Durch die Caritas-Fachleute, die Gehring selbst in die Technik einwies, ist gewährleistet, dass das Programm erfolgreich fortgeführt wird. Mit Andre Senghor hat ein senegalesicher Caritas-Mitarbeiter sogar ein Praktikum in Gehrings Firma in Holtwick absolviert. Vor Ort konnten sich Gehring und Merschformann, die von Manfred Uppenkamp (Coesfeld) Maria Merschformann (Holtwick) und Franz-Josef Leifeld (Coesfeld) begleitet wurden davon überzeugen, dass sie das gerät in die richtigen Hände gegeben haben. "Die Caritas ist verlässlich. Und die Mitarbeiter kennen sich mit der Mentalität der Menschen aus, was auch mehr wichtig ist", so Gehring
Die Deligation hat bei diesem ersten Besuch vor allem auch Kontakte geknüpft. "Viele kleine Projekte wollen wir initiieren", nennt Merschformann das Ziel. Bereits im Gepäck hatten sie 1000 Euro, die für die Operation eines Kindes mit schiefen Beinen gespendet wurden.
Im März/April ist ein zweiter Besuch vorgesehen. Festes prinzip des Vereins bleibe, dass die Aufwendungen für die Reise aus eigener Tasche gezahlt werden, bekräftigte Gehring. "damit die Spenden ungekürzt den Menschen im Senegal zugute kommen". Er dankt allem Spendern, die den Verein unterstützt haben, und bat um weitere Zuwendungen. "damit wir weiter helfen können". Als nächstes sollen Pumpen und Aggregate für die neu gebohrten Brunnen angeschafft werden.
Quelle
Samstag, den 18. Dezember 2004 | Allgemeine Zeitung, Dülmener Zeitung (Kreis Coesfeld) | Detlef Scherle