Sowas gibt es
Was die beeindruckenste Begegnung in Afrika war? Vielleicht als ein Senegalese erzählte, dass zwei seiner vier Kinder an Malaria gestorben sind - alle waren erkrankt, aber er hatte nur Geld für die Behandlung von zweien. Oder im Ambrosius-Dorf, wo schon zwei Jahre, nachdem der Brunnen tiefer gebohrt worden war, kein Wasser mehr kommt. Oder beim Besuch im katholischen Krankenhaus, wo es nur einen OP-Saal gibt, und wenn der belegt ist, weitere Notfälle nach Hause geschickt werden müssen. Nein, am meisten haften geblieben sind - im wahrsten Sinne des Wortes - die bei einem Gang durch die Stadt Thiés ständig an die Hosennaht drängenden bettelnden Kinderhände.
Hände von Fünf- bis Zwölfjährigen, die auf der Straße leben.
Das alles sind Bilder, die einem - zurück im Kreis Coesfeld - unwirklich vorkommen. Kann es sowas wirklich geben? Ja, sowas gibt es schon sechs Flugstunden entfernt von dem Land, in dem man sich über drei Prozent Mehrwertsteuererhöhung und Reformen im Gesundheitswesen aufregt. Aber - auch das ist eine wichtige Erfahrung dieser Reise - es gibt bei uns im Kreis Coesfeld Menschen, die die Maßstäbe für wirkliche Probleme nicht verrücken, die anpacken, viel Freizeit und Geld opfern, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Und diese Hilfe ist effektiv - jeder gespendete Euro kommt 1:1 an. Viel Dankbarkeit schlug den Aktiven von "Ein Herz für Senegal" entgegen. Und so viel Fröhlichkeit in all der Not - vielleicht war, dass das beeindruckenste Erlebnis im Senegal.
Kontakt
"Ein Herz für Senegal" e.V.
www.senegal-ev.de
Spendenkonto: 350 40 401
Sparkasse Westmünsterland
(BLZ 401 545 30)
Quelle
Samstag, den 03. Februar 2007 | Allgemeine Zeitung (Sonderseite) | Detlef Scherle