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Verein "Ein Herz für Senegal" will Diabetiker-Zentrum aufbauen / Delegation erlebt Erfolge vor Ort

Münster / Thiés

Die Hilfsgüter aus dem Münsterland helfen den Menschen im Senegal in vielen Lebensbereichen. In dem jetzt transportierten Container waren auch Medikamente für Schulen.

„Cholera, Cholera“ singen die Kinder im privaten Kindergarten „Tafsir e Assane“ in Thies/Senegal. Wer sich nach der Toilette nicht die Hände wäscht, der wird schnell krank, kriegt Bauchweh, lernen sie von ihren Erzieherinnen. Freudig klatschen sie in die Hände und stecken mit der Begeisterung für das Lied mit pädagogischem Hintergrund auch ihre Gäste aus Münster und dem Kreis Coesfeld an. Peter Deckenbrock (Münster), stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Ein Herz für Senegal“, verteilt Bilder, die Kinder der Tagesstätte „Am Jungfernbach“ in Handorf für ihre Altersgenossen in Afrika gemalt haben. Elefanten sind darauf und andere afrikanische Tiere, immer wieder aber auch Szenen, die zeigen, was sie über den Alltag im Senegal erfahren haben: Frauen, die Wasserbehälter auf dem Kopf tragen. Tiere, die am Brunnen getränkt werden.

„Vielleicht gelingt es uns, eine Partnerschaft zwischen den Kindergärten aufzubauen’, gibt sich Deckenbrock optimistisch. Der Anfang ist gemacht. Spielzeug haben sie aus Deutschland mitgebracht. Spenden von Kindern. Und auch 500 Euro waren in der Kindertagesstätte gesammelt worden, die nun für ein Wasserprojekt eingesetzt werden sollen. „Brunnenbau ist eines unserer wichtigsten Arbeitsbereiche in der Region Thies im Senegal“, berichtet Deckenbrock. Eng arbeitet der Verein, der aus rund vierzig Mitgliedern aus Münster und dem ganzen Kreis Coesfeld besteht, mit der Caritas im Senegal zusammen. Für ein Tochterunternehmen der Caritas wurde vor zwei Jahren ein großes, von einem Unternehmen in Rosendahl gestiftetes Bohrfahrzeug verschifft. Beim diesjährigen Besuch einer zehnköpfigen Delegation – darunter zwei Helfer aus Münster – konnten die Erfolge besichtigt werden. In etlichen, auch abgelegenen Dörfern, die unter der Dürre leiden, die sich durch den Klimawandel noch verstärkt, konnten tiefere Brunnen gebohrt werden. Erst Bewässerung ermöglicht, dass auch in der langen Trockenzeit Obst, Hirse und Gemüse angebaut werden kann.

Kontakt aufgenommen hat der Verein „Ein Herz für Senegal“ beim diesjährigen Besuch mit dem Verband der Diabetiker. Dieser erhielt für seine Mitglieder Süßstoff und Blutzuckermessgeräte. Präsident Babarcar Maculy erklärte bei einer größeren Veranstaltung, dass sich viele Diabetiker in Thies Süßstoff und Medikamente nicht leisten könnten. Aber auch mangelnde Aufklärung sei ein Problem, so der Präsident. „Häufig wird die Erkrankung gar nicht erkannt.“ So erblindeten viele Betroffene oder erlitten Arm- oder Beinverluste. Der Verband will in der 300 000-Einwohner-Stadt Thies ein Diabetiker-Zentrum aufbauen, in dem Untersuchungen und Beratungen stattfinden können. Bisher gibt es solche Einrichtungen nur in der Hauptstadt Dakar. Für den Verein „Ein Herz für Senegal“ sicherte Deckenbrock, der als Geschäftsführer bei der Firma Knemeyer im Kuhviertel arbeitet, zu, zu prüfen, inwieweit er dieses Anliegen unterstützen kann.

Ein ganzer Container mit Hilfsgütern wurde in den Senegal gebracht und binnen 14 Tagen von zehn Helfern verteilt, darunter Material für Krankenhäuser und Schulen. „Überwältigend war immer wieder der Dank, der uns entgegengebracht wurde“, berichtete Uwe May (Münster), der erstmals an einem Senegal-Hilfseinsatz teilnahm. Für ihn steht bereits fest, dass es nicht der letzte war: „Wer einmal hier war, den packt ein Virus – der muss immer wieder hierher.“ Hilfe von Mensch zu Mensch: Das ist den Mitgliedern von „Ein Herz für Senegal“ besonders wichtig. So wurden auch über 20 gespendete Rollstühle vollkommen unbürokratisch an Bedürftige vergeben.

Kontakt

Ein Herz für Senegal e.V.
Peter Deckenbrock (2. Vorsitzender)
Willingrott 58
D-48157 Münster

Telefon: 0251 / 42784
Homepage: www.senegal-ev.de

Spendenkonto

Sparkasse Westmünsterland (BLZ 401 545 30) Konto-Nr.: 350 40 401

Quelle

Dienstag, 06 Februar 2007 | Westfälische Nachrichten (Münster) | Detlef Scherle