Stadtwerke Münster unterstützten Hilfsprojekt / Container beladen
Münster / Rosendahl-Holtwick
Helfer des Vereins, darunter ein in Deutschland lebender Senegalese, packten den Container mit den Hilfsgütern.
„Die Spendenbereitschaft war diesem Jahr wieder sehr groß“, freut sich Heiner Gehring aus Holtwick, Vorsitzender des Vereins „Ein Herz für Senegal“, Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Peter Deckenbrock aus Münster reicht er Sascha Pantleon, der an der Laderampe des Großcontainers steht, einen Rollstuhl an. Dann folgen reihenweise Unterarmgehstützen und Rollatoren.
Größtes Stückgut, das sie auf einem Gewerbegelände umladen, sind 1800 Meter Rohre, die für ein Bewässerungsprojekt vorgesehen sind. Jetzt wird der Container per Lkw nach Antwerpen gebracht, um am 3. Januar nach Afrika verschifft zu werden. Ankommen im Hafen von Dakar, der Hauptstadt des Senegal, soll er pünktlich zum nächsten Arbeitseinsatz des Vereins, der am 25. Januar beginnt.
Bei elf Helfern aus dem Kreis Coesfeld und aus Münster kribbelt es schon in den Fingern. Zum Beispiel bei Sascha Pantleon, der nach seinem letzten Einsatz im Januar 2007 fleißig Wolof, die neben Französisch am weitesten verbreitete Sprache im Senegal, gebüffelt hat.
Der direkte Kontakt zur Bevölkerung ist den Helfern sehr wichtig. So soll ein Großteil der gespendeten Hilfsgüter, wieder in entlegenen Dörfern verteilt werden, in denen kaum jemand die Amtssprache Französisch spricht. Ansonsten ist die Caritas in der Region Thiés wichtigster Partner des Vereins. „Besonders bei den Bewässerungsprojekten setzen wir auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Caritas“, äußert sich Gehring, während in einer langen Kette an gespendete Schultaschen in den Container gereicht werden. Mehrere Schulen und Kindergärten sollen wieder mit Büchern, Papier, Computern und Spielzeug versorgt werden.
Gleich sechs Helfer müssen mit anpacken, um zwei Glocken, die für den Turm einer christlichen Gemeinde bestimmt sind, hoch zuwuchten. Diese nehmen die Helfer aus dem Kreis Coesfeld für eine befreundete Organisation aus Solingen mit. Auch eine komplette Orgel, die demnächst in einem Gotteshaus im Senegal erklingen soll, findet Platz im Laderaum.
„So einen großen Container hatten wir noch nie“, berichtet Deckenbrock. Ein Grund dafür seien die Rohre, die in den Senegal geschafft werden. Diese wurden von den Stadtwerken Münster gestiftet. Genauer gesagt: Die Mitarbeiter sammelten für das Projekt 3300 Euro und die Geschäftsleitung verdoppelte den Betrag dann noch einmal.
Durch die Rohre soll demnächst Wasser von einem Hochbehälter zu Gemüsegärten eines Dorfes fließen. „Nur durch Wasser kann das Land fruchtbar gemacht werden“, erklärt Gehring. Durch den Klimawandel weitet sich die Wüste immer weiter aus.
Wasser, Bildung und Gesundheit – das seien die wichtigsten Hebel, um die Entwicklung im Senegal voranzutreiben. „Und ohne die Hilfe so vieler könnten wir nicht helfen. Dafür sagen wir danke!“ unterstreicht Gehring.
Quelle
Mittwoch, den 02. Januar 2008 | Westfälische Nachrichten (Münster) | Detlef Scherle