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Wolldecken, Schultornister, Medikamente und medizinische Geräte sowie viele andere Hilfsgüter hat der Verein „Ein Herz für Senegal“ an die Bevölkerung verteilt.

Nottulln-Schappdetten

Mit einer Reihe von Insektenstichen, vor allem aber mit einer Unmenge von Eindrücken kehrte jetzt Marion Rütering, Inhaberin und Küchenchefin des Schapdettener Hotel-Restaurants „Zur alten Post“, von einer Reise in den Senegal zurück. Zusammen mit den Schapdettenern Heike Salewski sowie Karsten und Gerda Danker wollte sie in dem afrikanischen Land die Arbeit des kreisweit tätigen Vereins „Ein Herz für Senegal“ – mit Martin Cauvet, Reinhard Schriever, Peter Fallbrock und Sascha Pantleon – begleiten. Dass sich daraus weit mehr als eine der üblichen Touristiktouren entwickelte, empfindet Marion Rütering im Nachhinein als Glück.

Die Hilfsgruppe aus dem Kreis Coesfeld ist in der 200 000-Einwohner-Stadt Thies längst eine feste Größe. Denn seit Jahren bauen die Männer dort an neuen Brunnen, errichten Werkstätten, unterstützen Kindergärten und Krankenhäuser und helfen überall in den Dörfern, wo Not am Mann ist.

Lernten Land und Leute kennen: die Senegal-Fahrer aus Schapdetten und dem Kreis Coesfeld.

Gleich in der ersten Nacht wurden die Schapdettener im Hotel „Rex“ unsanft geweckt: „Der Container aus Deutschland ist angekommen. Alle Mann zum Lager. Ausräumen, Hilfsgüter portionieren, verpacken und lagern.“ Rund 40 Tonnen Hilfsgüter waren angekommen, darunter hauptsächlich Medikamente und medizinische Geräte vor allem auch zum Messen von Blutdruck und Blutzucker. Die Senegalesen essen vorwiegend Hirse und Reis, und das mit Unmengen von Zucker gesüßt. So haben viele Einheimische Probleme mit Diabetes.
Weiter befand sich im Container eine große Ladung Plastikrohre, eine Spende der Stadtwerke Münster, um die sich Reinhard Schriever bemüht hatte. Der Verein kann diese Rohre gut gebrauchen für den Bau neuer Wasserleitungen.

„Zum Duschen gab es nur kaltes Wasser, zum Frühstück Marmelade und eine Art Baguette, zu Mittag und zu Abend konnte man wählen zwischen Omelette, Süßkartoffeln, einheimischem Gemüse und Fisch“, berichtet Marion Rütering. Die gelernte Köchin schüttelt sich bei dem Gedanken daran: „Wer die Milliarden von Fliegen auf dem Fischmarkt gesehen hat, wusste, was er zu bestellen hatte.“

Dagegen lobt sie das senegalesische Bier der Marke „Flag“. „Schmeckte gut und kostete nicht viel. Dafür war der dort selbst gebrannte Whiskey, die Flasche zu umgerechnet drei Euro, für uns Europäer ungenießbar.“ Nach Vorgesprächen mit dem erfahrenen Martin Cauvet, der bereits mehrmals im Senegal war, hatten sich die Schapdettener zur täglichen inneren Desinfektion allerdings auch eigenen Whiskey mitgebracht.

In der Küche des senegalesischen Hotels „Rex“ kochte Marion Rütering Herrencreme nach Schapdettener Art.

Als es sich im Hotel herumgesprochen hatte, dass hier eine „deutsche Küchenchefin“ logiere, musste Marion Rütering „Herrencreme à la Alte Post“ herstellen, oder besser gesagt: zaubern. Marion Rütering: „Das war nicht ganz einfach. Es gab keine Sahne und erst auch nur Ziegenmilch. Aber irgendwie klappte es dann doch.“
Die Senegalesen sind freundlich und aufgeschlossen, aber sehr arm. Arbeit gibt es nur für wenige. „Unser Hotel-Kellner Eugen verdient am Tag umgerechnet 1,50 Euro. Und das bei vier Kindern. Und dennoch war er immer höflich und aufmerksam“, schildert Marion Rütering und zieht eine persönliche Bilanz: „Überhaupt – das afrikanische Herz schlägt wohl etwas langsamer als unseres. Und das hat mir, wie allen anderen Mitreisenden, auch gut getan. Man fährt eine Gangart zurück und macht Joga für die Seele. Zurück im täglichen Stress hoffe ich, davon noch eine ganze Weile etwas zu haben.“

Quelle

Freitag, den 29. Februar 2008 | Westfälische Nachrichten (Nottuln) | Dieter Klein