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Der afrikanische Tanz unterscheidet sich wesentlich von den Tänzen Europas. In seiner rituellen Form wird der Tanz nicht einfach zum Spaß betrieben, sondern hat im täglichen Leben einer Dorfgemeinschaft eine feste Funktion mit meist religiösem Bezug. Seine Formen sind fest vorgeschrieben und an bestimmte Anlässe gebunden. So gibt es beispielsweise Tänze bei einer Geburt, bei der Beschneidungszeremonie, bei Beerdigungen, bei Erntefesten oder auch zu Ehren eines Dorfältesten oder Helden. Oft werden Begebenheiten des Alltagslebens tänzerisch zum Ausdruck gebracht und dargestellt oder Naturkräfte beschworen. Dabei haben jeder Schritt und jede Bewegung eine bestimmte Bedeutung, die einem Außenstehenden nur schwer zugänglich ist. Wesentlich sind das Trommeln und rhythmische Gesänge, die die Tänzer in Ekstase geraten lassen und die zu Trance-Zuständen führen können.

Der Tänzer stellt oft eine Tiergestalt, eine Person oder eine Gottheit dar, durch die Ekstase wird er eins mit dieser Gestalt, das bedeutet, die Polarität zwischen der eigenen Individualität und der fremden, darzustellenden Wesenheit hebt sich auf. Ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist die Maske des Tänzers. Sie unterstützt diesen magischen Personentausch. Der gebrauch der Masken ist rituell festgelegt und richtet sich nach dem Anlass des Tanzes. Die Masken sind geschlechtsgebunden. Es gibt Ahnen-, Toten-, Geister- oder Tiermasken. Einen guten Überblick über die verschiedenen Masken gibt das IFAN-Völkerkundemuseum in Dakar, das man auf jeden Fall mal besuchen sollte.